Im Allgemeinen ist ein “Designer” eine Person, die etwas für sich selbst oder andere Menschen gestaltet. Diese Gestaltung kann in Form von Objekten sein, Mode oder sonstige Accessoires oder
in Form von Marketingmaßnahmen für ein Unternehmen. In dieser spezifischen, zuletzt genannten Kategorie besteht die Aufgabe darin, einer vorher definierten Zielgruppe ein Botschaft zu vermitteln, bzw. zu kommunizieren. Daher der Begriff “Kommunikationsdesigner”. Denn anders als bei einem “Künstler” oder einem “Modedesigner” sollte bei der Gestaltung  für Print, Web u.a. kein oder nur wenig Freiraum für Interpretationen sein. Klare Aussagen wie “Kauf dies”, “besuche diese Website” oder “werde auf dieses Problem aufmerksam” müssen dem Betrachter eindeutig und aussagekräftig  vermittelt werden.

Wer darf sich als Designer bezeichnen?

“Designer” ist keine geschützte Berufsbezeichnung, deswegen darf sich jeder als Designer bezeichnen, wer zu Hause ein Grafikprogramm besitzt und die nötigen Ambitionen hat, seine Gestaltungsdienstleistungen anzubieten. Prinzipiell muss das auch nichts schlechtes sein – als normaler Autofahrer kann ich auch schnell fahren, aber ob ich mich deswegen als “Rennfahrer” bezeichnen darf, ist eine andere Frage. Deshalb sollte man auf der Suche nach einem seriösen Gestalter immer einen zweiten Blick auf dessen genaue Berufsbezeichnung werfen. Denn Titel wie “Dipl. Designer (FH)” oder “Kommunikationsdesigner (Bachelor)” implizieren ein abgeschlossenen Studium und dürfen nicht einfach frei verwendet werden.

Macht ein Grafikdesigner einfach nur alles “schön”?

Die vordergründige Aufgabe eines Grafikdesigners ist Informationen zu strukturieren und auf eine bestimme Art zu visualisieren, dass sie vom Betrachter/dem Konsument verarbeitet werden können. Genau diese Strukturierung ist es, die von den meisten Menschen beim Betrachten des Resultats als “schön” “elegant” oder “clean” empfunden wird. Das heißt, die Ästhetik eines Layouts ist sozusagen das Nebenprodukt der Hauptaufgabe: die strukturierte Kommunikation von Botschaften.

Teaserbild: fiktive Kampagne zum Thema Selbstverteidigung

Wie arbeitet ein Kommunikationsdesigner?

Am Anfang jeder Arbeit steht das Definieren der Zielgruppe und der Aussage, was genau an wen kommuniziert werden soll. Ohne diese beiden Vorgaben ist das spätere Gestalten nur “Fischen im Trüben” und es kann keine zielgerichtete Gestaltung entstehen. Hat man seine Ziele definiert, können  Inhalte und Tonalität folgen, die natürlich je nach Gestaltungsobjekt verschieden sind:

Webdesign

  • OnePager oder komplexe Unternehmenswebsite?
  • verspielte Navigation oder konservativ klassisch?
  • steht das Image der Marke im Vordergrund, oder die Vermittlung von Information?

Logodesign

  • welches Alter hat die Zielgruppe?
  • Auf welchem Medium kommt das Logo vorwiegend zum Einsatz? Flyer? Auf dem Bildschirm? Auf Kartons?
  • Gibt es ein typisches Alleinstellungsmerkmal, welches im Logo zum Ausdruck kommen soll?

Flyer/Broschüren/Magazine

  • Was ist Sinn und Zweck des Flyers/der Broschüre/des Magazins? Was soll verkauft werden?
  • Welches Format ist am sinnvollsten?

 

Was unterscheidet einen Designer vom Künstler?

Aus unserem Bekannten- und Freundeskreis hören wir öfters den Satz: “Ihr seid doch künstlerisch begabt”. Jetzt kann man darüber streiten, ob ein Sinn für Ästhetik etwas mit Erziehung und vererbter Veranlagung zu tun hat, oder ob alles im Leben erlernbar ist, wenn nur das Interesse und der Wille vorhanden sind. Fakt ist jedoch, dass man bei der Gestaltung von Logo, Webseiten, Printmedien u.a. Produkten bestimmte handwerkliche Regeln beachten muss, und der “künstlerische” Faktor keine, oder nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

Ein Künstler kreiert seine Werke in der Regel hauptsächlich, weil er seine innere Haltung zum Ausdruck bringen möchte, zu Interpretationen anregen möchte o.ä. Der Kommunikationsdesigner hingegen darf nicht seine eigene Meinung mit in das Design einfließen lassen, sondern sollte einer klar definierten Linie folgen, an deren Ende die erfolgreiche Kommunikation eines Produktes, einer Firma, eines Logos oder einer Webseite steht.